Indizien

Hinweise, die den Verdacht auf NS-Raubgut nahelegen, finden sich vielfach in den erhaltenen Zugangsbüchern der SLB: Wenn als Herkunft „Gestapo“ oder „Reichstauschstelle“ vermerkt wurde, ist dies höchst verdächtig, wie auch die Namen einiger Vertreter des Antiquariatshandels, wie jüngere Forschungen belegen. Durch die Zerstörung der Räume der Bibliothek im Japanischen Palais im Frühjahr 1945 sind große Teile der Akten vernichtet worden, die nicht mehr herangezogen werden können. Die Quellenlage gestaltet sich schwierig, so dass im Projekt eine systematische Recherche in den betreffenden Beständen – das heißt, jedes einzelne Buch wird in die Hand genommen – vorgenommen werden soll, denn die wichtigesten Hinweise finden sich in den Büchern selbst. 

Die Vorbesitzer können vielfältige Merkmale Spuren in den Büchern, Handschriften und auf den Karten hinterlassen haben. Durch Exlibris, Siegel und Stempel sowie handschriftliche Eintragungen wie Autogramme, Widmungen und persönliche Notizen sind die ehemaligen Eigentümer meist gut zu bestimmen. Aber auch eher unspezifische Merkmale wie Signaturen und Nummern können unter Umständen Rückschlüsse auf die Provenienz geben.