1. Provenienzforschung - NS-Raubgut in der SLUB
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NS-Raubgut in der SLUB (Bestände der Universitätsbibliothek)

aufzeit: 2021–2023
Förderer: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Seit 2011 überprüft die SLUB ihre Bestände auf NS-Raubgut. Bisher stand ausschließlich die ehemalige Sächsischen Landesbibliothek (SLB) im Zentrum der Untersuchungen. Das neue Projekt widmet sich nun der ehemaligen Universitätsbibliothek der Technischen Universität Dresden (UB), die 1996 gemeinsam mit der SLB zur SLUB fusioniert ist. Systematisch untersucht werden die Bestände historischer Zweigbibliotheken und dezentraler Standorte: Physik, Chemie, Mathematik, Sport, Marxismus-Leninismus und Architektur sowie die Bibliothek Forstwissenschaft (Tharandt) und die Zweigbibliotheken Medizin und Rechtswissenschaft. Die UB geht auf die Bibliothek der 1828 gegründeten Technischen Hochschule Dresden (TH) zurück. Wie auch die SLB erlitt sie zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhebliche Bestandsverluste. Das Hauptgebäude der TH wurde beim Angriff vom 13. Februar 1945 zerstört. 70 Prozent des Buchbestands gingen verloren. Wie in anderen schwer zerstörten Städten bemühte man sich nach dem Krieg mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um einen raschen Wiederaufbau der Literaturversorgung. Dabei wurden auch nach 1945 Bücher aus Beschlagnahmungen und Entwendungen aufgenommen und inventarisiert.

Im Zuge von Stichproben wurden im Vorfeld des Projekts bereits in zahlreichen Büchern der ehemaligen UB Exlibris, Stempel, Besitzeinträge oder Widmungen ermittelt, die den Verdacht auf NS-Raubgut nahelegen, darunter die Juristen Heinrich Klang, Max Alsberg und Heinrich Veit Simon sowie die Großloge von Wien. Eine systematische Überprüfung ist dringend erforderlich.

Ziel des Projekts ist die systematische Überprüfung von etwa 80.000 Bänden der ehemaligen UB auf NS-Raubgut. Recherche, Identifizierung und Dokumentation zielen auf die Ermittlung von Erben oder Rechtsnachfolgern und die anschließende Restitution. Rechercheergebnisse werden in den Katalogen der SLUB und der Kollektion "Provenienzforschung" in der Deutschen Fotothek dokumentiert, Funde an die Lost Art-Datenbank gemeldet, Falldossiers in der Reihe „Provenienzforschung an der SLUB“ auf dem Dokumentenserver Qucosa veröffentlicht.