Offene Fälle

Recherchen nach Vorbesitzern beginnen eigentlich mit den in einem Buch vorhandenen Provenienzmerkmalen. Problematisch wird es immer dann, wenn sich diese Merkmale nicht entziffern oder deuten lassen. Hier bitten wir um Hilfe: Kennt jemand den Stempel, kann das Autogramm lesen oder eine Abkürzung entziffern? Wenn Sie uns helfen können, melden Sie sich bitte bei uns.

 

 

2.4.2018 Fernand Raoul Jellinek-Mercedes

Der ab 1938 in Baden bei Wien lebende Musikliebhaber und Förderer des Wiener Musikvereins Dr. Fernand Raoul Jellinek-Mercedes (1883-1939) besaß neben einer umfangreichen Musikaliensammlung (diese befindet sich heute in der Stadtbibliothek Essen) und einer Gemäldesammlung auch eine bemerkenswerte Bibliothek. Sein Vermögen wurde 1938 von den Nationalsozialisten als „jüdisch“ eingestuft. Er war daraufhin gezwungen, sein Privatvermögen zu veräußern. Dabei gerieten auch seine wertvollen Bibliotheksbestände über Notverkäufe an Buchhändler bzw. an Antiquariate. Im Frühjahr 1939 hielt Jellinek-Mercedes den Repressalien nicht mehr stand und wählte den Freitod.

Bisher konnten drei Bücher mit dem Exlibris von Fernand Raoul Jellinek-Mercedes in den Beständen der SLUB nachgewiesen werden.

13.3.2018 Engelbert Pernerstorfer

Der österreichische Politiker und Journalist Engelbert Pernerstorfer (1850-1918) war ab 1896 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich und von 1901 bis zu seinem Tod Reichsratsabgeordneter. Zu Beginn der 1920er Jahre gelangte seine Privatbibliothek in die Sozialwissenschaftliche Studienbibliothek der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, die während der Nationalsozialistischen Diktatur in Österreich (1938-1945) aufgelöst wurde. Nach der Neugründung im Jahr 1945 wurden von vor dem Jahr 1938 vorhandenen 140.000 Bänden lediglich 30.000 wiederaufgefunden.

Bisher konnten im Bestand der SLUB Dresden 3 Bücher aus der Privatbibliothek Pernerstorfers ermittelt werden.

13.3.2018 Victor Adler

Auf den aus Böhmen stammenden Victor Adler (1852-1918) geht die Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich im Jahr 1896 zurück. Er war maßgeblich für die, auch über seinen Tod hinaus, fortbestehende Einheit der österreichischen Sozialdemokratie verantwortlich.

Seine Privatbibliothek wurde Anfang der 1920er Jahre von der Sozialwissenschaftlichen Studienbibliothek der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien erworben. Die Arbeiterkammer und deren Bibliothek löste man in den Jahren der Nationalsozialistischen Diktatur (1938-1945) auf. Die nach 1945 neugegründete Bibliothek konnte von ihren ehemals 140.000 Bänden lediglich noch 30.000 Bände sicherstellen.

Nach derzeitigem Projektstand befinden sich in der SLUB Dresden 2 Bücher aus der Privatbibliothek von Victor Adler.

27.2.2018 Stempel

Es handelt sich hier vermutlich um einen Stempel der Warschauer Stadtbibliothek, der die Herkunft des Buches aus der Stadtbibliothek von Leningrad/St. Petersburg anzeigt.
Was bedeutet die Abkürzung „D A R“?

20.2.2018 Unbekanntes Autogramm in kyrillischer Schrift

Kann jemand das Autogramm samt der dazugehörigen Notiz entziffern?

12.7.2017 1943 inventarisierte Bücher polnischer Provenienz

Besitzvermerk Bielewicz
Besitzvermerk Bielewicz

Im Zugangsbuch des Jahres 1943 der damaligen Sächsischen Landesbibliothek (SLB, heute SLUB) findet sich folgender Zugang bei den Antiquaria: „[306] Bücher, hauptsächlich in polnischer Sprache“. Lieferant war die Dresdner Verlagsbuchhandlung Focken & Oltmanns. Im Rahmen der systematischen Recherche konnten noch etwa 110 Bücher dieses Zugangs ermittelt werden. In einem Teil der Bücher finden sich Provenienzmerkmale, die nach bisherigem Stand der Recherchen auf den Danziger Rechtsanwalt Marian Bielewicz (1860-nach 1938) hinweisen.

25.5.2017 Von der Gestapo überwiesene Bücher

In der ehemaligen Sächsischen Landesbibliothek (SLB, heute SLUB) sind laut Zugangsbüchern zwischen November 1940 und September 1943 insgesamt 1.402 Bücher mit dem Herkunftsvermerk „von der Gestapo überwiesen“ inventarisiert worden. Der überwiegende Teil dieser Bücher ist 1945 infolge der Bombardierungen Dresdens verbrannt. Im Rahmen einer von der AfP geförderten systematischen Recherche von Oktober 2011 bis März 2013 konnten noch etwa 200 Druckschriften aus diesen Zugängen ermittelt werden. Die wenigen noch verbliebenen Bücher waren so stark beschädigt, dass sie fast ausnahmslos neu gebunden werden mussten, wodurch gegebenenfalls noch vorhandene Besitzspuren zumeist verloren gingen.

5.4.2017 Beschlagnahmte Schriften

In der ehemaligen Sächsischen Landesbibliothek (SLB, heute SLUB) sind laut Zugangsbüchern in den Jahren 1934 bis 1937 zahlreiche Bücher mit dem Herkunftsvermerk „beschlagnahmte marxistische Schriften“ oder „kommunistische und marxistische Schriften“ als Geschenke inventarisiert worden. Die Anzahl der übernommenen Bände ließ sich anhand der Zugangsbücher nicht ermitteln. Im Rahmen einer von der AfP geförderten systematischen Recherche von Oktober 2011 bis März 2013 konnten noch etwa 150 Druckschriften aus diesen Zugängen ermittelt werden. Die wenigen noch verbliebenen Bücher waren infolge der Bombardierungen Dresdens so stark beschädigt, dass sie fast ausnahmslos neu gebunden werden mussten, wodurch gegebenenfalls noch vorhandene Provenienzmerkmale zumeist verloren gingen.